mitwirken - mitgestalten - mitentscheiden

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Werden Sie Mitglied in einer starken Gemeinschaft die Werte vertritt. Untereinander vernetzt macht alles viel mehr Sinn als alleine. Sei es vor Ort in der Innung, auf Landes- oder Bundesebene. Wir sind eine starke Organisation, sehr gut vernetzt in Politik, Ministerien und Wirtschaft. Uns wird als originäre Organisation des Friseurhandwerks zugehört, wir können mitgestalten und letzten Endes auch mitentscheiden. Machen Sie mit!

 

Hier können SIe per Download sehen wo sich Friseurunternehmerkollegen zum Beispiel engagieren: bitte klicken und hier die Gremienarbeit der Geschäftsführung des Arbeitgeberverbandes: bitte klicken

Deutschland besitzt eine einmalige Vereinslandschaft. Diese sog. deutsche Gemütlichkeit mit ihren Werten hat dieses Land auf einem starken Erfolgskurs gehalten. Wir lieben unsere Innungen und damit ganz besonders die Menschen darin. Das Deutsche Innungswesen ist etwas Außergewöhnliches, so wie die ganze Struktur des Handwerks einmalig ist: 

Was ist das Besondere an einer Innung im Handwerk ?

Der USP[1]der heutigen Innung ist deren Organisation!

Oft belächelt, trotzdem eine Institution, welche schon lange existiert.

Denn die Innung bildet auf lokaler/regionaler Ebene die fachliche Organisationsform des jeweiligen Handwerks. Hierbei schließen sich selbstständige Handwerker zusammen, um ihre Interessen zu fördern. Die Innung wird auch gerne als „Keimzelle der handwerklichen Organisationsform“ bezeichnet.

Eine der älteren Gesetzgebungen belegen dies, wie beispielsweise das Innungsgesetz Sachsen von 1780[2]. Aus diesem lässt sich bereits gut herauslesen, dass hier eine Organisationsform existiert, die es ermöglicht wichtige Dinge im Handwerk selbst zu regeln. Früher führte die Innung die Lehrlingsrolle und damit ein Geselle Meister wurde, hatte er sich i. d. R. der Innung vorzustellen. In der heutigen Deutschen Handwerksordnung beginnt das Recht der Innung ab § 52.

Die Innungen wurden zunächst in Selbstverwaltung geführt und neben ihnen wurden nach der sog. Handwerksnovelle von 1897 die Handwerkskammern als Körperschaften des öffentlichen Rechts eingeführt. Für die Kammern bestand von Beginn an eine Pflichtmitgliedschaft. Während der Gesetzgebung von 1933/1935 wurde die Pflichtinnung eingeführt. Diese Pflichtinnungen der verschiedenen Gewerke eines Kreises wurden zu einer Kreishandwerkerschaft zusammen geführt. Im Dritten Reich wurde das Potenzial erkannt, so direkt politischen Einfluss auf die Handwerker nehmen zu können. Jedoch wurde mit diesem Einfluss auch zu viel Kontrolle ausgeübt, so dass Reformen nach dem Kriegsende erfolgten.

Die Innung wurde wieder zu einer freiwilligen Organisationsform, die sich einer Kreishandwerkerschaft anschließen konnte oder nicht. Leider wurde versäumt einzuführen, dass diejenigen, welche sich für eine Innungsmitgliedschaft entscheiden, dann auch weniger Kammerbeitrag zu zahlen brauchen.

Aufgrund der Selbstverwaltung und des schon immer regen Engagements in Innungen und des Mitwirkens von selbstständigen Handwerkern bei den Kammern, haben diese und deren Organisationsform auch einen guten Kontakt zu Landesbehörden sowie der regionalen und überregionalen Politik aufbauen und nutzen können. Unternehmer, die sich für ihre Berufssparte einsetzen, sind des Öfteren zudem auch politisch aktiv. Im Gegensatz zur Industrie- und Handelskammer können sich einzelne Unternehmer auch von Kleinbetrieben über diese Organisationsform mit Anliegen bis hin zur Bundespolitik wenden. Innungsmitglieder können in ihrer Innung vor Ort Beschlüsse fassen, die dann vom Landesinnungsverband entweder an die Landespolitik weiter gereicht werden oder an den eigenen Dachverband, der im Handwerk häufig Zentralverband heißt. Die Dachverbände gehören dem Unternehmerverband des Deutschen Handwerks (UDH) an, mit Sitz in Berlin, der wiederum direkt mit der Politik verhandelt.

Obermeister und Landesinnungsmeister sind regional bis überregional politisch somit sehr gut verknüpft.  Diese Organisationsform macht es möglich, dass ein echter Kontakt zu Politik und Behörden besteht und Sorgen und Nöte Gehör finden. Durch dieses Organisationssystem (Zentralverband-Landesverband-Innung-Innungsmitglied) erreichen Nachrichten und wichtige Informationen schnell jedes Innungsmitglied. Starke Gewerke können somit bundesweit Informationen tauschen, umsetzen und reagieren.

Nicht zu verkennen ist, dass publikumsstarke Gewerke auch Multiplikatoren darstellen.

Leider schwächen sich viele Berufssparten selbst, indem immer mehr Betriebsinhaber des jeweiligen Gewerks meinen, einer solch durchdachten und durchaus wehrhaft und schlagkräftigen Organisation nicht beitreten zu brauchen oder sie sogar verlassen zu müssen. Sie erkennen nicht die unglaublichen Möglichkeiten eines solchen Systems[3]. Auch beim Verbraucher ist Innung ein Begriff. Die Landesverbände sind u. a. Tarifpartner und handeln mit Gewerkschaften Gehälter aus, damit es auf dem Markt fair zugeht.

Was immer zu einer Innung gehört, ist das ehrenamtliche Engagement, das sein Augenmerk auf die Belange des eigenen Berufsstandes wirft, und sich für alles, was für dringend notwendig angesehen wird mit allen möglichen Mitteln einsetzt. Innungen werden heute professionell geleitet, bieten die unterschiedlichsten interessanten Dienstleistungen für Unternehmer an und sind über ihren Landesinnungsverband ihrem Dachverband angeschlossen.

Diese Organisationsform ermöglicht Kleinbetrieben direkten Kontakt zur Politik zu finden, um Anregungen weitergeben zu können. Wo gibt es das sonst?

© LIV Hessen, 06.09.2011

Sarah Heeder-Himmelreich, Geschäftsführerin



[1]USP engl. unique selling proposition bezeichnet ein Alleinstellungsmerkmal.

[3]USP ist hier die Organisationsform einer Innung im Vergleich zu anderen privaten beruflichen Vereinigungen aller Art.

 

Artikel als Pdf Der USP einer Innung <--- hier klicken für Download

19.02.16